Erklärungsbedarf ?

Marode im Souterrain 

War es der gelblich wabernde Corpus, dessen Anblick und sonare Ausschüttungen in die Umwelt mich schaudern liess? Oder war es nur ein Moment innerer Schwäche, eine organische Disharmonie, derer ich mich jüngst in grossem Maße „erfreuen“ durfte? Nun, es war mir schlicht: äusserst unbehaglich. Und irgendwie schmerzte es, wenn auch nicht wirklich.

Himmel, wie hasse ich unklar Formuliertes! Und genau darum werde ich so deutlich. Oder bestehen noch Diffusitäten beim Betrachter?

Sei’s drum. Weiter. Immer dem Faden nach.

Es kostete mich wertvolle Minuten, wahrscheinlich entscheidende, die ich diesen Gedanken und dem „Indenkörperhineinhorchen“ nachhing. Und so dauerte es, bis der Organ-Knochen-und-sonstigeZellen-Verbund dem hartnäckigen Drängen des Hirns folge leistete und endlich das Weite suchte.

Durch einen Schritt rückwärts.

Epochal!

Das bedeutete die Trendwende! Diese neue Position war wie zum Siegen gemacht.

Welch ein Panorama!

Die Gedanken leichter zu ordnen. Die Flut der Eindrücke konnte nun, sorgsam priorisiert, dem bedächtig mahlenden Werk meiner Körperspitze bereitgestellt werden, die, ganz Herrscher des Ganzen, richtige oder auch weniger richtige, und so manches Mal auch absurd unrichtige Order an den einen oder anderen bereitwilligen Empfänger der tumben, rotgeölten Maschinerie gab.

Und es kam, wie es eben sollte. Es kam Bewegung in diese schon unerträglich unentschiedene Situation. Es begann sich der apparatus visus, wie nur der weit fortgeschrittene Lateiner sich auszudrücken wagt, in bedeutendem, ja wahnwitzigem Maße zu weiten. Liessen das die Grenzen der derma zu? Es bestand Grund, sich dies zu fragen, denn ein Extrahieren des apparatus visus und sein gravitationsbedingtes Zerschellen auf dem, für solche Anlässe schlecht präparierten Untergrund, würden das ohnehin schon schier nicht zu bewältigende Dilemma, nur sinnlos begünstigen.

Es half der Zufall!

Mein goldiger, vor einigen Jahren symbolisch an mich gebundener Partnerorganismus, der im Übrigen einige, mich ergänzende Organe und Cerebralingredenzien enthält, verstand es, durch geschickt vektorisierte Investition einiger WATT-Einheiten unter unerheblichem Kalorienverbrauch, mir meinem motorischen Hauptakteur, der rechten Fünfgliedrigen, den Tortenheber zu entziehen und das Omelett im nunmehr letzten Moment zu wenden.

Barsche, in diesem Moment für mich paralleluniversal klingende Schallwellen zwangen mich, mich nach langer Abstinenz meiner eigentlichen Bestimmung wieder zuzuwenden. Und so begab ich mich in die Obhut eines enorm hautsympathischen Textils und schlief unter lautem Gelächter und einigen Puller-Alarmen friedlich ein....

R. Buckler

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