Aggressives Palaver.
Morgens.
Gullydunst simuliert Flussnebel.
Keiner freut sich dran.
Romantik ohne Fans.

Warum auch?
Sohn heult, Zeit rennt,
Frühstücksbutter, eiskalt, zu fest, springt über den Blumenstrauß.
Fischdose im Biomüll.
Dem anonymen Schuldigen gedanklichen Arschtritt versetzt, mit der freien
Hand den brüllenden Kleinen versohlt, wächst von nun an das Wohlbefinden.

Ein Tag beginnt.
Und er lässt sich großen Raum zur Steigerung.

Blechtüren scheppern,
Viertakt rappelt sich auf Touren.
Den Senker in die Verwahrung geschubst,
schmeißt der der Tante Uschi 'nen Holzklotz ans Ohr.
Die spielt toll Gitarre! ...wenn  der Lauscher nicht eben blutet.

Mama arbeitet im Amt, hat die neue Hose an.
Kollege Schmitz glotzt auf den Arsch, macht sich Gedanken, Gedanken wie auch
Pofalla. Liebe Kollegen! Die flankieren Mama Bianca, wollen was helfen. Nee.
Ihr wird flau. Schmitz hat in JOOP gebadet, Pofalla die ELMEX verlegt. So
geht Helfen nicht. Gute Laune hält sich die Nase. Strenge Miene schafft dann
Freie. Die Herrn helfen also Elke, dem Minirock.
Der Hammer fällt.
Genuscheltes Tschüß, -zich Augenblicke später - gibt erstes Grinsen am Tag.

Das erstirbt ganz ganz schnell.
Tante Moni gibt den Rüpel raus. Die Handschellen jucken. Uschis Gitarre
lässt den Hals hängen, sie selbst ist zum Arzt.

Terror im LIDL. Regal ausgeräumt, elf Tomaten mit Zucchini zerkloppt. Bianca
hat Kolja lieb, kauft nen Schal und fesselt den Rotz.

Der isst heut nich und geht schlafen. Zeitig. Laut schlafen, .brüllend
schlafen!

Mama geht auch, kurz bevor Ingo sich legt. Mürrisch kneift  sie zusammen.
Übel knickt dann ein Ständer. Ein Knurren wird in den Magen verdrückt.

"Verdient!" grinst sie zum Zweiten.

Tage wie dieser...!

 

René Buckler, 2005